Ida über die Geschichtswerkstatt an der Brecht

Ida / Abitur 2025 / studiert Erziungswissenschaft in Marburg: „Da war ein anderer Umgang, eben auf Augenhöhe. Der war natürlich auch nur möglich, weil das Ganze in einem anderen Kontext als im normalen Unterricht stattgefunden hat. Also, wir hatten eben keine Benotung, wir hatten keinen überfüllten Klassenraum, wir hatten keinen Stundenplan, den wir durchpauken mussten, sondern es war eben ein freier Raum, der Lernen auch anders möglich gemacht hat, der Begegnungen anders möglich gemacht hat.

Und das ist etwas, das ich schon von meiner Schule davor kannte, weil ich von der B: auf einer freien Schule war. Und da gab es eben auch Lernen und Begegnung auf Augenhöhe, wobei den Schülerinnen sehr viel zugetraut wurde und wir Möglichkeiten hatten, irgendwie nach unseren Interessen zu lernen und ja, ein bisschen selbst zu entscheiden, was wir wie machen wollen.

Und das ist etwas, was ich total wertvoll finde für Schule und was eigentlich eine Art des Lernens ist, die sich auch für andere Formate abgucken lässt und sollte, also nicht nur für den Bereich der Geschichtswerkstatt, sondern die eigentlich auch im normalen Regelunterricht Platz finden sollte.


Und dazu passt die Beschäftigung mit Erinnerungskultur sehr gut. Denn es ist schwer vorstellbar, sich durch Recherche den Schicksalen von Menschen zu widmen, und dabei ist es sehr unangemessen, zu benoten und durch Noten auch ein Wertgefälle unter den Teilnehmerinnen herzustellen.

Das war eben nicht nur so, weil es mich persönlich sehr interessiert hat, sondern auch, weil das Thema im Stundenplan vorgesehen war und ich schon früh in der Schule damit angefangen hatte. Also, ich hatte schon in der fünften, sechsten Klasse, da war ich noch auf einer Regelschule, das Buch Als Hitler das rosa Kaninchen stahl im Deutschunterricht. Da kam das Thema so ein bisschen das erste Mal in einem größeren Kontext hoch. Und dann hatte ich das auch im Geschichtsunterricht, also die nähere Auseinandersetzung damit, was passiert ist, was das über Gesellschaft aussagt und was es uns ganz konkret über unsere Gesellschaft heute beibringt.“




„Stärken fürs Leben“
Die Projektförderung „Stärken fürs Leben“ wurde in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulen sowie dem Staatlichen Schulamt entwickelt. Mit diesem Engagement trägt die Sparkasse Darmstadt und Dieburg dazu bei, ein hochwertiges und umfassendes Bildungsangebot zu fördern.


Wie steht es um Demokratie und Demokratiebildung in der Schule? Eine Frage, auf die sich ganz unterschiedliche, vielschichtige und mitunter überraschende Antworten finden lassen. Mit unserem Interviewprojekt nähern wir uns ihr auf konkrete Weise: Wir greifen Themen auf, stellen Fragen, eröffnen neue Perspektiven und bringen Menschen miteinander ins Gespräch. Die daraus entstehenden redaktionellen Beiträge veröffentlichen wir auf der Schulhomepage.
Eine Schulhomepage ist mehr als eine digitale Visitenkarte. Sie zeigt, was eine Schule bewegt, welche Fragen sie stellt und welche Haltung sie erkennen lässt – für die Schulgemeinschaft ebenso wie für Ehemalige, zukünftige Schüler und ihre Familien sowie die Stadtgesellschaft. Sie macht sichtbar, wie Schule gesellschaftliche Fragen aufgreift und unterschiedlichen Perspektiven Raum gibt. Mit diesem Projekt möchten wir dazu ermutigen, über die gewohnten Rituale des Unterrichts hinauszugehen, neue Blickwinkel einzunehmen und durch das Vernetzen von Themen, Perspektiven und Lernräumen unerwartete Querverbindungen zu entdecken.

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