S C H U L K U L T U R

„Von Beginn der Schule an verstanden wir die Brechtschule auch als Auftrag, unserem Namensgeber gerecht zu werden. So wurden zahlreiche Autoren zu Lesungen eingeladen. Schüler und Schülerinnen sollten die Literatur unmittelbar erleben können und nicht nur aus Büchern.“ Fritz Deppert (Schulleiter der Bertolt-Brecht-Schule von 1974 bis 1996)


Fritz Deppert, Schulleiter von 1974 bis 1996 hier an der Brecht, war elf Jahre alt, als in der Nacht vom 11./12. September 1944 – der sogenannten „Brandnacht“ – die Darmstädter Innenstadt von Einheiten des RAF Bomber zerstört wurde.

Jöran Landschoff. 2018 veröffentlichte er zusammen mit Sven Bloching (ebenfalls an der Universität Heidelberg) einen Artikel zum zu zweifelhaftem Ruhm gekommenen Album „Jung Brutal Gutaussehend 3“ von Farid Bang und Kollegah einen Artikel im Sprachreport >>>

Jan Eisenhauer: Statement zum Aspekt der „Schulkultur“:

Es besteht keine allgemeingültige Definition des Begriffs „Schulkultur“, jedenfalls keine, welche das weitreichende Spektrum dieses Begriffs hinlänglich darlegen würde. Es obliegt der jeweiligen Schule, sich im Rahmen diverser Ansätze zu positionieren und eigene Akzentuierungen zu setzen. Nach meinem Empfinden hat sich die Bertolt-Brecht-Schule für den Ansatz des „pädagogischen Ethos“ entschieden, hören und lesen wir doch stets vom spezifischen „Geist der Brecht“. Würde man Lehrer*innen und Schüler*innen befragen, was diesen „Geist“ auszeichnet, würde man wahrscheinlich ganz unterschiedliche Antworten erhalten, könnte sich jedoch auf einen gemeinsamen Nenner einigen: an der Brechtschule ist jede und jeder willkommen! Wir stehen gemeinsam für kulturelle Vielfalt ein und tragen diese Haltung durch den fachspezifischen Unterricht, langfristig angelegte Projekte und unser allgemeines Miteinander in die Zivilgesellschaft. Diese hehre Zielsetzung beinhaltet natürlich eine kontinuierliche Überarbeitung und Anpassung, da wir uns in multiplexen gesellschaftspolitischen Dynamiken befinden, doch gilt als übergeordneter „Anker“ stets das mit dem Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife verbundene Leitbild der „mündigen Bürger*in“. Eine Demokratie ist auf mündige Bürger*innen angewiesen, die sich interessieren und engagieren, die bereit sind, politisch im Staat mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen. Von immenser Bedeutung ist hierfür das tatsächliche Erfahren von Partizipation in sämtlichen schulischen Situationen, um die Selbstwirksamkeit der Schüler*innen zu kultivieren und somit dem nach Theodor W. Adorno übergeordneten Ziel aller Pädagogik, nämlich dass sich Auschwitz niemals wiederholt, nachzukommen.

 


Jan Eisenhauer. Hier spricht er über seine Motivation, Erwartungen und Hoffnungen an die AG Brecht Respekt sowie über das mit dem Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife verbundene Ziel der mündigen Bürgerin bzw. des mündigen Bürgers.