Nikolaus Heiss / Denkmalpfleger von 1981 – 2011

„Also, wenn wir über die ehemaligen Brauereien und die Brauereikeller reden, dann ist das natürlich ein Thema für die Denkmalpflege gewesen. Ich habe damals den Auftrag erhalten, die Denkmäler Darmstadts zu erfassen. Es ging darum, neu zu erkennen und zu bestimmen, was auf die Liste der geschützten Denkmäler Darmstadts gehört.

Und bei dieser Erfassung der Denkmäler, die ich zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt habe, kamen und auch die Brauereikeller auf der Mathildenhöhe in die Quere.

Wir konnten mit Genehmigungen der Eigentümer die Brauereikeller besichtigen. Das war schon überraschend und auch überzeugend gewesen. Die ehemaligen Brauereikeller haben wir daraufhin als wichtigen Teil der Darmstädter Geschichte unter Denkmalschutz gestellt.

Dann kam noch hinzu, dass der Keller unter dem Biergarten 1933 als Folterkeller von der SA Darmstadt genutzt wurde, nachdem die NSDAP die Macht in Darmstadt übernommen hatte. Diese Tatsache erweiterte den Denkmalschutz um einen politisch-geschichtliche Aspekt. Ebenso wichtig ist Nutzung der Kellerräume als Schutzräume im Zweiten Weltkrieg, besonders in der Brandnacht vom 11. auf den 12. September 1944.“

„Heute sind von ursprünglich mehr als 2 km noch ungefähr 500 Meter der Tunnel begehbar. Diese Tunnel waren früher, im 17. und 18. Jahrhundert, vermutlich als Tunnel zur Versorgung der Stadt mit Wasser geschaffen worden. Man hatte im Osten der Stadt Wasser vorgefunden und es dann hinunter in die Stadt geführt.

Die Brauereien in Darmstadt haben diesen Tunnel genutzt und sich daran angeschlossen, um das Schmelzwasser des Eises, das für die Kühlung bei der Nachgärung des Bieres benötigt wurde, abzuleiten. Das Wasser wurde so in einem Rohr in Richtung Stadt vermutlich dem Darmbach zugeführt.

Das ist also eine Besonderheit. Diese Keller sind nicht mehr alle vorhanden und auch nicht mehr alle zugänglich. Wir brauchen immer die Genehmigung des Eigentümers oder der Eigentümerin, um die Keller zu besichtigen. Nicht alle sagen: Ja, ihr könnt hier hineingehen. Deswegen sind einige Keller für uns nicht so bekannt, aber die meisten schon.“




„Stärken fürs Leben“
Die Projektförderung „Stärken fürs Leben“ wurde in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulen sowie dem Staatlichen Schulamt entwickelt. Mit diesem Engagement trägt die Sparkasse Darmstadt und Dieburg dazu bei, ein hochwertiges und umfassendes Bildungsangebot zu fördern.


Wie steht es um Demokratie und Demokratiebildung in der Schule? Eine Frage, auf die sich ganz unterschiedliche, vielschichtige und mitunter überraschende Antworten finden lassen. Mit unserem Interviewprojekt nähern wir uns ihr auf konkrete Weise: Wir greifen Themen auf, stellen Fragen, eröffnen neue Perspektiven und bringen Menschen miteinander ins Gespräch. Die daraus entstehenden redaktionellen Beiträge veröffentlichen wir auf der Schulhomepage.
Eine Schulhomepage ist mehr als eine digitale Visitenkarte. Sie zeigt, was eine Schule bewegt, welche Fragen sie stellt und welche Haltung sie erkennen lässt – für die Schulgemeinschaft ebenso wie für Ehemalige, zukünftige Schüler und ihre Familien sowie die Stadtgesellschaft. Sie macht sichtbar, wie Schule gesellschaftliche Fragen aufgreift und unterschiedlichen Perspektiven Raum gibt. Mit diesem Projekt möchten wir dazu ermutigen, über die gewohnten Rituale des Unterrichts hinauszugehen, neue Blickwinkel einzunehmen und durch das Vernetzen von Themen, Perspektiven und Lernräumen unerwartete Querverbindungen zu entdecken.

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